FoBi: Ehrenamt, Resilienz und Ressourcen

Beim Ehrenamt geht es längst um weit mehr als nur Sitzungen, Protokolle oder Veranstaltungen. Es geht um Menschen. Um Zusammenhalt. Um das gute Gefühl, etwas Sinnvolles zu bewegen. Genau darum drehte sich auch das Seminar des VdK Bayern mit Referent Eberhard Grünzinger vom Landesverband Bayern, zu dem rund 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Bayern zusammenkamen. Mit dabei waren auch Ani Pitsch und Wolfgang Mikolajetz aus Waldkraiburg.
Schon zu Beginn wurde deutlich: Der VdK ist weit mehr als ein Sozialverband. Seit seiner Gründung nach dem Zweiten Weltkrieg hat sich der VdK stetig weiterentwickelt und ist heute die größte soziale Interessenvertretung Deutschlands. Ob sozialrechtliche Beratung, Unterstützung in schwierigen Lebenslagen oder politische Interessenvertretung – der VdK steht für Hilfe, Menschlichkeit und soziale Gerechtigkeit.
Im Mittelpunkt des Seminars standen jedoch vor allem die Menschen, die diesen Verband mit Leben füllen: Ehrenamtliche und Vorstände. Denn ohne ihren Einsatz gäbe es viele Angebote, Begegnungen und Hilfen schlichtweg nicht.
Ein wichtiges Thema war dabei die sogenannte „Resilienz“ – also die Fähigkeit, auch in belastenden Zeiten innerlich stabil zu bleiben und neue Kraft zu schöpfen. Gerade im Ehrenamt, wo oft viel Herzblut investiert wird, ist das von großer Bedeutung. Positiver Stress kann motivieren und antreiben, negativer Stress hingegen auf Dauer belasten. Deshalb wurde auch darüber gesprochen, wie wichtig es ist, eigene Grenzen zu erkennen und auf die persönliche Aufmerksamkeits- und Belastungsgrenze zu achten.
Spannend war außerdem die Frage nach den inneren und äußeren Werten des Ehrenamts. Warum engagieren wir uns? Die inneren Werte reichen von Freude am Helfen über Gemeinschaft bis hin zum Wunsch, etwas Sinnvolles zu tun. Äußere Werte entstehen durch Anerkennung, Dankbarkeit und das Gefühl, gemeinsam etwas bewegen zu können. Genau diese Mischung macht das Ehrenamt für viele Menschen so wertvoll.
Auch die verantwortungsvolle Verwendung von Vereinsmitteln wurde intensiv behandelt. Gelder sollen nicht gehortet, sondern sinnvoll und satzungsgemäß eingesetzt werden – für Inklusion, gesellschaftliche Teilhabe und gegen Vereinsamung. Denn Gemeinnützigkeit bedeutet auch, die Ziele der Satzung aktiv mit Leben zu erfüllen. Dabei wurde deutlich gemacht, wie wichtig die satzungsgemäße Arbeit ist, um die Gemeinnützigkeit zu sichern und weiterhin Menschen unterstützen zu können.
Ein weiterer Schwerpunkt waren Ressourcen: Was sind Ressourcen eigentlich? Wie erkennt man sie? Und wie nutzt man sie effektiv? Dabei ging es nicht nur um finanzielle Mittel, sondern vor allem um persönliche Stärken, Zeit, Erfahrungen, Kontakte und Gemeinschaft. Oft liegen wertvolle Ressourcen direkt vor uns – etwa engagierte Mitglieder, gute Ideen, Teamarbeit oder regionale Netzwerke. Wer diese erkennt und sinnvoll einsetzt, kann viel bewegen, ohne sich dabei zu überlasten.
Besonders positiv hervorgehoben wurde die umfangreiche Unterstützung für Ehrenamtliche und Vorstandsmitglieder. Angebote wie Sodalis, Ehrenamtstelefone, das Ehrenamtsportal oder Hilfen bei Veranstaltungen zeigen deutlich: Niemand muss alles alleine stemmen. Der VdK setzt bewusst auf Gemeinschaft, Unterstützung und gegenseitige Hilfe.
Am Ende der Fortbildung blieb vor allem eines hängen: Ehrenamt ist keine Selbstverständlichkeit. Es ist ein wertvoller Dienst an der Gemeinschaft – getragen von Menschen mit Herz, Engagement und Verantwortung. Und genau diese Menschen machen den VdK stark.


