Kabarett in Anger: Tom Bauer sensibilisiert gegen perfide Tricks

Kabarett in Anger: Tom Bauer sensibilisiert gegen perfide Tricks Auch Lachen kann schützen: Von Schockanrufen bis zu falschen Polizisten: KabarettistTom Bauer sensibilisiert humorvoll gegen perfide Betrugs-Tricks „Wir machen es wie die Gauner,wir verbünden uns und legen heute das Versprechen ab, dass wir zur Polizei gehen, wenn wir Opfer einer Betrugsmasche geworden sind“, so lautet die Aufforderung vonTom Bauer an die rund 180 Besucher im Aufhamer Neuwirtsaal. Sie alle sind der Einladung gefolgt, das Präventionskabarett „Ned mitmir“zubesuchen. Der Generationenbund Berch tesgadenerLand, die VdK Ortsverbände Bad Reichenhall und Anger,die Arbeiterwohlfahrt, die Seniorenpastoral Berchtesgadener Land und die Polizei haben mit Unterstützung der Sparkasse Berchtesgadener Land und der Raiffeisenbank Anger diese Veranstaltung organisiert. Trickbetrüger werden immer raffinierter und setzen zunehmend ausgeklügelte Methoden ein, um ihre Opfer zutäuschen:ob dreiste Schockanrufe, windige Haustürgeschäfte oder falsche Polizisten–die Maschen sind vielfältig. Wer allerdings die gängigsten Fallen kennt und über die perfiden Methoden informiert ist,der kann sich vor Betrugschützen.Ein neuerWeg in der Präventionsarbeit wirdmit demKabarettistenTomBauer beschritten. Im voll besetzten Aufhamer Neuwirtssaal richtet sich der Blick gespanntinRichtungBühne:Diese ist besonders einladend, da die Angerer Trachtler in diesen Wochen ein Theaterstück aufführen und dort deshalb eine gemütliche Wohnstube aufgebaut ist.So wirken die im Programm dargestellten windigen Haustürgeschäfte noch authentischer. Der dritte Vorsitzende des Generationen bundes BGL, Günter Wolf, heißt die Besucher willkommen und Voll besetzt war derAufhamer Neuwirtssaal beim Präventionskabarett. freut sichüber dieAnwesenheit zahlreicher Ehrengäste, unter ihnen Bürgermeister M arkus WinklerundderLeiterderPolizei inspektion BadReichenhall, erster Polizeihauptkommissar MarcusRoth.Wolf bedanktsich für die Organisation des Nachmittags: „Viele Hände habenzusammen geholfen“, sagt er,um das Mikrofon dann an MarcusRoth zu übergeben.Roth schildert kurz die Ent wicklung des Trickbetrugs und richtet sich an dasPublikum:„Es geht darum,dieses Phänomen in den Griff zu bekommen. Bitte geben Sie Ihr Wissen weiter. Wenn Sie verdächtige Wahrnehmungen machen, dann rufen Sie unver züglich die 110 an.Das Telefon der Kollegen in Rosenheim ist immerbesetzt“, so seine Aufforderung.Und scheinbar zufällig klingeltkurzdarauf das große schwarze Telefon auf der Bühne. Laut undeindringlich. Jetzt kommt Tom Bauer ins Spiel. Er hebt ab.Eine freundliche Frauenstimme ist zu hören.Eine „Polizistin“ ruft an, weil in der Straße, in der Bauer wohnt,eingebrochen worden ist. Am Tatort ist ein Zettel mit seiner Adresse gefunden worden. Das bedeutet, dass er der nächste auf der Liste ist und es nun gilt, die Wertgegenstände in Sicherheit zubringen.In einem humorvollen Dialog, bei dem es die Anruferin auch immer wieder versteht, anfängliche Zweifel desOpfers auszuräumen, ist Tom Bauer schließlich bereit, Bargeld, Münzen, die Briefmarkensammlung und sogar den Schlüssel seines BMW samt Fahrzeugpapieren herzurichten. Denn in Kürze kommt ein Beamter vor bei, um alles in Sicherheit zubringen. Dieweibliche Stimme am Telefon bleibt nicht nur Stimme im Hintergrund, sie gehört Elisabeth Fritzsch von der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle in Miesbach. Lisi Fritzsch ist Bühnenpartnerin des Kabarettisten und informiert zwischen den einzelnen Spielszenen über Hintergründe und Zusammenhänge. „Die Anrufer werden immer dreister, sie geben sich als Polizisten,Rechtsanwälte,Staatsanwälte oder Bankangestellte aus. Alles Rollen, zu denen man Respekt aufbaut“, sagt sie. Allein im Jahr 2024 betrug dieSchadenssumme in Bayern im Polizeipräsidium Süd mehr als 2,4Millionen Euro. Deshalb lautet die Devise von TomBauer: wenn ein solcher Anruf kommt, dann sofort einhängen. Das Schlagwort „einhängen“ wird vertieft. Bauer schnallt sich seine Harmonika um, fordert das Publikum auf, sich beim Nachbarn einzuhängen und in gemütlicher Schunkelrunde wird die Thematikzusätzlich auf musikalische Weise vertieft. Weiter geht es mit kabarettistischen Spielszenen.TomBauer erhält Besuch von der Mitarbeiterin einerLottogesellschaft.Obwohl er selbst nicht Lotto spielt, hat er bei der jährlichen Ziehung der Nichtspieler stattliche 25 000Euro ge wonnen.Das Geld bekommt er in einem verschlossenen Koffer in bar überreicht, allerdings muss er zuvor noch einige Gebühren und eine Versicherung bar bezahlen. Wieder ein perfider Trick, wie Menschen überlistet werden,Bargeld an Unbekannte auszuhändigen. Bauer wechselt die Rolle,verkörpert einen Wunderheiler,der angeblich verfluchtes Geld reinigt. Hans Kirchner aus dem Publikum kommt als „Opfer“mit hinzu auf die Bühneund obwohl dieser höllisch aufpasst,ist sein Geldbeutel letztendlich weg. Fingerfertigkeit unddirekte Ansprache sind es in diesem gespielten Fall, mit denen Menschen in Situationen gezogen werden,die schließlich mit Betrug enden. Tom Bauer und Lisi Fritzsch gehen dann mit den Besuchern in den Supermarkt zum Einkaufen,Bauer erklärt die Systematik, wie Banden dort arbeiten.Einer lenkt ab,einer beobachtet und einer verschwindet mit der Beute. Der Reichenhaller VdK Ortsvorsitzende Werner Huber spielt jetzt das Opfer, ihm wird flugs das Handy aus der hinteren Hosentasche entwendet und bis er sichrichtig umschaut sind auch Geldbeutel undHandtasche verschwunden. „Ruhe bewahren, jemanden dazuholen,auflegen“ Gegen Ende des rund eineinhalbstündigen Programms wird es besonders perfide,als eine originale Tonaufnahme eingespielt wird. Es ist die Masche, die in Schockanrufen trotz steter Warnung immerwiederf ür die Betrüger aufgeht: Wenn Familienangehörige in eine scheinbare Notsituation geraten sind, dann lassen sich Menschen in„Blackout Situationen“ zu unüberlegten Handlungen hinreißen. Deshalb der abschließendeTippvon Tom Bauer: „Ruhe bewahren, jemanden dazuholen, auflegen. " DiePerson,die angerufen hat, zurückrufen. Im Zweifelsfall die 110 wählen. Denn es gibt nichts, was man nicht in Ruhe überprüfen kann“ Nachdem der Kabarettnachmittag unter dem Titel„Nedmit mir“steht, wird dieser Slogan vertieft. Tom Bauer greift nochmal zur Harmonika und animiert zum Mitsingen. „Nedmitmir“geht gesanglich in Fleisch und Blut über, wenn es nach dem Wunsch der Organisatoren geht aber auch ins Bewusstsein, um für Betrugsmaschen gerüstet zu sein.Nicol Mayer von der Polizeiberatung Traunstein unterstreicht diesen Gedanken nochmal in ihrem Schlusswort.

