Kategorie Ortsverband Waldkraiburg

„Ned mit mir!“ – Ein Nachmittag zwischen Lachen und Nachdenken

5,4 Millionen erbeuteten Kriminelle zwischen München, Bad Tölz, Berchtesgaden und Altötting - in 2025
5,4 Millionen erbeuteten Kriminelle zwischen München, Bad Tölz, Berchtesgaden und Altötting - in 2025 © Jürgen Zabelt

Im voll besetzten Saal des Bischof-Neumann-Hauses wurde schnell klar: Dieser Nachmittag würde mehr sein als nur Unterhaltung. Tom Bauer verstand es meisterhaft, das Publikum mit seinem Kabarett zu fesseln – humorvoll, pointiert und zugleich mit einer wichtigen Botschaft.

Mit viel Witz nahm er die Maschen von Betrügern ins Visier: falsche Enkel und echte Betrüger, Schockanrufe und dreiste Täuschungsversuche. Dabei zeigte er eindrucksvoll, wie geschickt die Täter vorgehen – und wie sie es schaffen, ihren Opfern Schritt für Schritt Informationen zu entlocken, bis am Ende alles glaubwürdig erscheint. Das Lachen im Saal blieb dabei manchmal im Hals stecken, denn hinter der Komik verbarg sich eine ernste Realität.

Für diese wichtige Einordnung sorgte Elisabeth Fritsch von der Polizei. Sie ergänzte das Programm mit fundierten Informationen, schilderte aktuelle Fallzahlen und machte deutlich, wie professionell und erfolgreich Betrüger leider noch immer agieren. Trotz intensiver Aufklärungsarbeit fallen weiterhin viele Menschen auf diese Methoden herein.

Umso klarer war die zentrale Botschaft des Nachmittags: Schutz beginnt mit einem einfachen Schritt – auflegen.
Oder, wie es augenzwinkernd und zugleich eindringlich formuliert wurde: „Häng ei!“

Denn: Wer sich unsicher fühlt, darf und soll das Gespräch sofort beenden. Einfach auflegen – und anschließend selbst die bekannte Nummer von Angehörigen, Behörden oder der Polizei wählen. Dieser kleine Schritt gibt Sicherheit zurück und kann im entscheidenden Moment vor großem Schaden bewahren.

Ein ganz besonderer Aspekt dieses Nachmittags war die gelebte Barrierefreiheit. Das Bischof-Neumann-Haus ermöglichte es, dass wirklich alle Menschen teilnehmen konnten – ohne Hürden, ohne Ausgrenzung. Genau das ist es, wofür der VdK steht: Teilhabe, Miteinander und das gute Gefühl, dazuzugehören. Es war deutlich spürbar, dass hier nicht nur über Gemeinschaft gesprochen wurde, sondern dass sie tatsächlich gelebt wird – offen, herzlich und für jeden zugänglich.

Dass Prävention auch mit Leichtigkeit vermittelt werden kann, zeigte sich in den musikalischen Einlagen von Tom Bauer. Mit seiner „Quetschn“ animierte er das Publikum zum „Einhängen“ und Mitschunkeln – und verankerte die wichtige Botschaft auf eingängige Weise.

Neben Telefonbetrug wurde auch auf alltägliche Gefahren hingewiesen: Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit – etwa im Gedränge am Weihnachtsmarkt oder beim Einkauf im Supermarkt – genügt oft, und Geldbeutel oder Handy sind verschwunden. Ein Ablenkungsmanöver, eine scheinbar harmlose Frage – und schon ist es passiert.

Dieser Nachmittag verband Unterhaltung mit Aufklärung auf besonders gelungene Weise. Möglich wurde dies nur durch das engagierte Zusammenspiel vieler Beteiligter: die Kolpingsfamilie für die Bereitstellung des Raumes, die VHS für die Organisation der Kartenreservierung, die Sparkasse für die großzügige finanzielle Unterstützung, die Polizei für die fachliche Begleitung, Tom Bauer für seine mitreißende Darbietung sowie die vielen Helferinnen und Helfer des VdK Waldkraiburg, die mit großem Engagement zum Gelingen beigetragen haben.

Zum Abschluss fand der Vorsitzende des VdK Waldkraiburg und stellvertretende Kreisvorsitzende, Wolfgang Mikolajetz, die passenden Worte:
„Bleiben Sie wachsam – und hängt ein!“

Ein Satz, der nach diesem besonderen Nachmittag sicher vielen noch lange im Gedächtnis bleiben wird.