Kategorie Ortsverband Geretsried

"Ohne Sahnehäubchen" - Pressebericht vom Geretsrieder Merkur

Bürgermeister mit VdK Vorstand
Bürgermeister mit VdK Vorstand © VdK Geretsried

Geretsried – Sparen, ohne dass es zu sehr wehtut. Das ist die Devise des Stadtrats angesichts der Haushaltssperre. Am VdK-Stammtisch am Donnerstag räumte Bürgermeister Patrik Kohlert aber ein, dass es Bereiche geben wird, in denen die Geretsriederinnen und Geretsrieder bemerken werden, dass die Kommune kein Geld mehr auf der hohen Kante hat.

"Niemand hat gesagt, dass der Job leicht ist, aber schön ist er trotzdem." Zitat von Bürgermeister Patrik Kohlert

Ortsvorsitzende Cornelia Irmer freute sich, dass die zahlreich erschienenen Besucher im großen Ratsstubensaal einmal mehr die Gelegenheit bekamen, mit dem Rathauschef ins Gespräch zu kommen. Er hatte sich bereits im Sommer am VdK-Stammtisch vorgestellt. Da die Situation in der Stadt nun eine andere ist, sprach Kohlert erneut zu den VdK-Mitgliedern und Gästen. „Niemand hat gesagt, dass der Job leicht ist, aber schön ist er trotzdem“, bilanzierte Kohlert.

Wie berichtet hat der Bürgermeister Anfang August eine hauswirtschaftliche Sperre erlassen, nachdem die Einnahmen aus der Gewerbesteuer um 30,5 Prozent hinter den Erwartungen zurückgeblieben waren. Jüngst haben die Stadträte in einer zweitägigen Klausur im Rathaus „sehr, sehr intensiv“ gearbeitet. „Da muss ich den Stadtrat sehr loben.“ Ziel sei, sich an gegebene Zusagen zu halten, aber keinesfalls mehr auszugeben. „Wir kommen vertraglichen Verpflichtungen nach, aber das Sahnehäubchen obendrauf lassen wir“, erklärte Kohlert.

Bekanntlich hat die Stadt einige Veranstaltungen abgesagt. Im Fall des Straßenkunstfestivals sprang der Einzelhändlerverein Procit ein. „Hier kommt unsere Stärke zum Tragen: Geretsried hält zusammen“, so Kohlert. Dieser Weg fand unter den VdK-Mitgliedern viel Zuspruch. Irmer sagte, genau das mache Geretsried aus. „Wenn alle zusammenhelfen, stellen wir was auf die Beine.“ Sie animierte die Anwesenden, sich einzubringen. Und Kohlert versprach: „Wer bereit ist zu helfen, für den finden wir eine Aufgabe.“

Ein konkretes Beispiel, für das die Stadt Ehrenamtliche sucht, sind die Blühpatenschaften. Josefine Hopfes, Stadtratsreferentin für Umwelt, Klimaschutz und Energie, koordiniert das Projekt. „Dadurch ist weniger Personal im Rathaus gebunden, und jeder kann dazu beitragen, dass die Stadt grüner wird“, erklärte Kohlert.

Wie sich die Haushaltslage konkret für die Bürger auswirken wird, wollte Vize-Ortsvorsitzende Jennifer Kübler wissen. Laut Kohlert könne die Stadt die Musikschule nicht mehr im gewohnten Rahmen fördern. Auch in anderen Vereinen müssten möglicherweise die Mitgliedsbeiträge steigen, meinte der Rathauschef mit Blick auf sinkende Zuschüsse durch die Kommune. Mit den Trägern der Kindertagesstätten würden zudem unterschiedliche Verträge bestehen. „Hier ziehen wir alle glatt und behandeln alle gleich“, kündigte Kohlert an. Das könnte Auswirkungen für die Eltern haben. Angesprochen auf die fahrradfreundliche Kommune versprach er: „Was wir begonnen haben, ziehen wir durch. Alles andere stellen wir zurück.“

Neumitglied Volker Reeh erkundigte sich nach den privaten Trauerbänken auf dem Friedhof. Die Stadt entfernt sie aufgrund ihrer Verkehrssicherungspflicht. „Wir werden mehr öffentliche Bänke aufstellen“, sagte Kohlert. Sie seien betoniert und gesichert. Das sei aber nur „peu à peu“ möglich. Der Vorschlag von Roswitha Wolf-Baki, Sponsoren dafür zu finden, gefiel dem Rathauschef. Das könnte auch dem Wunsch mehrerer Bürger helfen, mehr Bänke im Stadtgebiet zu haben. „Ich habe eine lange Liste mit Wunschstandorten“, so Kohlert. Egal, wie viele Sponsoren für Bänke man finde, „ich bekomme alle unter“. 
SUSANNE WEISS
Quellenangabe: Geretsrieder Merkur vom 24.10.2026, Seite 39