Kategorie Kreisverband Landshut

Weltfrauentag am 08. März 2025

Verena Bentele, Landesvorsitzende VdK Bayern
© Susie Knoll

VdK Bayern: Neue Bundesregierung muss frauenpolitische Themen stärker berücksichtigen

Verena Bentele, Landesvorsitzende VdK Bayern, appelliert an die neue Bundesregierung, frauenpolitische Themen in den Vordergrund zu rücken.

Verena Bentele, Landesvorsitzende VdK Bayern: 

„Wir appellieren an die neue Bundesregierung, frauenpolitische Themen in den Vordergrund zu rücken. Für die CDUkurz fürChristlich Demokratische Union/CSUkurz fürChristlich-Soziale Union sitzen bislang nur zwei Frauen am Verhandlungstisch. Zudem sind Frauen im nächsten Bundestag mit 32 Prozent der Abgeordneten deutlich unterrepräsentiert. Aus Bayern gehen 70 Männer und nur 31 Frauen nach Berlin. Umso mehr setzt sich der Sozialverband VdK für die Interessen der Frauen ein. Denn soziale Gerechtigkeit gibt es nicht ohne Geschlechtergerechtigkeit. Weiblich zu sein, darf kein Risikofaktor für Einkommens- und Altersarmut sein.

Gerade in Bayern führt die Stagnation der Frauenpolitik zu prekären Biografien. Diese Benachteiligung ist durch nichts gerechtfertigt. Die Verdienstlücke zwischen Männern und Frauen liegt in Bayern bei 18 Prozent und damit sogar zwei Prozentpunkte höher als im Bundesdurchschnitt. Das bedeutet, bis zum Equal Pay Day am 7. März 2025 arbeiten Frauen im Vergleich zu Männern rein rechnerisch ohne Vergütung. Frauen verbringen in Bayern zudem im Durchschnitt 30 Stunden pro Woche mit unbezahlter Sorgearbeit, Männer dagegen nur 21 Stunden. Die Folgen dieser Verhältnisse sind fatal: Fast jede vierte Frau über 65 in Bayern ist armutsgefährdet. Die Schicksale dieser Frauen sollten die Verhandlungsführer beim Ausloten der sozialpolitischen Positionen vor Augen haben.“

Der VdK Bayern fordert von der Staatsregierung und von der künftigen Bundesregierung eine Zukunftspolitik für Frauen: 

  • Flächendeckender Auf- und Ausbau von Kinderbetreuungs- und Tagespflegeeinrichtungen in Bayern, um größere Erwerbstätigkeit von Frauen zu ermöglichen und diese von unbezahlter Sorgearbeit zu entlasten.
  • Finanzielle Absicherung von pflegenden Angehörigen durch einen entsprechenden Pflegelohn, wie ihn die bisherige Bundesregierung bereits versprochen hatte.
  • Armutsbekämpfung durch die Förderung der Beschäftigung von Alleinerziehenden und die Verbesserung ihrer finanziellen Situation, etwa durch mehr Unterstützung beim Einfordern des Väterunterhalts.
  • Eine Reform des Ehegattensplittings, da es finanzielle Fehlanreize für das längst dysfunktionale „Versorgermodell Ehemann“ schafft.
  • Eine verpflichtende Förderung von Frauen für Führungspositionen in allen Branchen und in der Verwaltung.
  • Die Bekämpfung der doppelten Benachteiligung von Frauen mit Behinderung im Berufsleben durch gezielte Fördermaßnahmen.