„Wer entscheidet für mich?“ – Helmut Plenk fesselt Zuhörer mit Vorsorge-Vortrag

Arnstorf/Holzham. Ein plötzlicher Unfall oder eine schwere Krankheit können das Leben von heute auf morgen auf den Kopf stellen. Doch wer trifft dann die Entscheidungen, wenn man es selbst nicht mehr kann? Um diese lebenswichtigen Fragen zu klären, lud der VdK Ortsverband Arnstorf am vergangenen Samstag zu einem Informationsnachmittag in das hervorragend besuchte Gasthaus Hilz ein.
Prominente Gäste und fachliche Expertise
Der Ortsvorsitzende Josef Koll begrüßte neben den zahlreichen Mitgliedern und interessierten Nichtmitgliedern auch besondere Ehrengäste: Die Ehrenvorsitzende des Kreisverbandes, Gini Wiesmeier, sowie die Kreisgeschäftsführerin des VdK Rottal-Inn, Franziska Huber, waren der Einladung gefolgt. Zudem fanden sich auch verschiedene Ortsvorstände von befreundeten Ortsverbänden ein.
Als Hauptreferent fesselte der bekannte Sozialrechtsexperte und VdK-Kreisgeschäftsführer Helmut Plenk das Publikum mit seinem gewohnt dynamischen Vortragsstil.
Vorsorge ist keine Frage des Alters
Besonders emotional wurde es beim Thema Vorsorgevollmacht. Plenk, der für seine direkten und praxisnahen Ausführungen bekannt ist, machte gleich zu Beginn eines deutlich: Vorsorge ist kein Thema, das man bis ins hohe Alter aufschieben sollte. „Sobald man volljährig ist, sollte man schriftlich fixiert haben, wer im Ernstfall die Fäden in der Hand hält“, so Plenk. Entgegen der weitläufigen Meinung haben nämlich selbst engste Familienangehörige – wie Ehepartner oder Kinder – nicht automatisch die rechtliche Befugnis, alle Angelegenheiten zu regeln.
Selbstbestimmt bis zuletzt
Auch bei der Patientenverfügung fand Plenk die richtigen Worte. Hier geht es darum, heute schon festzulegen, wie man in schweren Stunden behandelt werden möchte. Ob es um medizinische Geräte oder die Art der Bestattung geht – je genauer wir unsere Wünsche aufschreiben, desto mehr Last nehmen wir unseren Angehörigen von den Schultern. Ein wichtiger Profi-Tipp für die Praxis: Einfach alle zwei Jahre das aktuelle Datum und eine neue Unterschrift unter das Dokument setzen – so bleibt alles gültig und aktuell.
Praxisnah und verständlich
Mit einer gesunden Prise Humor und vielen Beispielen aus seinem Berufsalltag gelang es Plenk, die komplexen Sachverhalte verständlich zu vermitteln. Besonders wichtig war ihm der Hinweis auf die Notfallmappe, in der alle wichtigen Dokumente gesammelt werden sollten, damit sie im Ernstfall für Rettungskräfte und Angehörige sofort griffbereit sind.
Plenk beantwortete zahlreiche individuelle Fragen der interessierten Bürgerinnen und Bürger. Der VdK Ortsverband Arnstorf freute sich über die enorme Resonanz und betonte, dass solche Informationsveranstaltungen ein zentraler Baustein der Aufklärungsarbeit vor Ort seien.
Tipp vom Experten: „Warten Sie nicht, bis es zu spät ist. Einmal ausgefüllt, gibt die Vorsorge nicht nur Ihnen, sondern vor allem Ihren Angehörigen eine enorme Sicherheit.“
Service für die Bürger
Der VdK-Ortsvorsitzende verwies auf die bereitliegenden Informationsunterlagen des VdK sowie des Landratsamtes. Er betonte zudem, dass die offiziellen Formulare auch bequem über die Internetseiten des Bayerischen Staatsministeriums der Justiz heruntergeladen werden können.
Ein herzliches Dankeschön zum Abschluss
Zum Abschluss des offiziellen Teils bedankte sich der VdK-Ortsvorsitzende herzlich bei Helmut Plenk für den informativen und kurzweiligen Nachmittag. Als Zeichen der Anerkennung für den wertvollen Vortrag und sein Kommen überreichte er ihm ein Präsent mit regionalen Spezialitäten.
Mit den besten Wünschen für einen sicheren Nachhauseweg verabschiedete der Vorsitzende die Gäste und gab einen Ausblick auf kommende Aktivitäten des Ortsverbands. Das große Interesse an diesem Nachmittag zeigte einmal mehr, wie wichtig die Aufklärungsarbeit des VdK vor Ort ist.