Kategorie Kreisverband Schweinfurt

Fachveranstaltung des VdK Schweinfurt zur Bayerischen Demenzwoche

Gemeinsam für mehr Verständnis im Umgang mit Demenz (von links): Prof. Dr. Ing. Birgit Dietz, VdK-Kreisgeschäftsführerin Martina Walter-Bagley und Tina Würzburger vom VdK-Bayern-Ressort „Leben im Alter“ bei der Fachveranstaltung des VdK Schweinfurt.
Gemeinsam für mehr Verständnis im Umgang mit Demenz (von links): Prof. Dr. Ing. Birgit Dietz, VdK-Kreisgeschäftsführerin Martina Walter-Bagley und Tina Würzburger vom VdK-Bayern-Ressort „Leben im Alter“ bei der Fachveranstaltung des VdK Schweinfurt. © Darinka Brand

Demenz verstehen und Selbstständigkeit stärken

113 Teilnehmende bei Fachveranstaltung des VdK Schweinfurt zur Bayerischen Demenzwoche

Wie können Menschen mit Demenz möglichst lange selbstbestimmt leben? Welche Rolle spielt dabei die Umgebung – und wie können Angehörige den Alltag erleichtern? Diesen Fragen widmete sich der VdK Schweinfurt am 22. September 2026 mit einer Informations- und Fachveranstaltung im Pfarrzentrum St. Kilian. Im Rahmen der 7. Bayerischen Demenzwoche begrüßte der Kreisverband 113 Teilnehmende, darunter eine Klasse der Fachschule für Heilerziehungspflege.

Das große Interesse machte deutlich, wie wichtig es ist, über Demenz zu informieren und Begegnungen zu ermöglichen. Denn die Erkrankung betrifft nicht nur Menschen mit Demenz selbst, sondern ebenso ihre Familien, Freundeskreise und das gesellschaftliche Umfeld.

Wenn Architektur Orientierung schafft

Den ersten fachlichen Schwerpunkt setzte Prof. Dr. Ing. Birgit Dietz, Architektin und Dozentin an der Technischen Universität München. In ihrem Vortrag „Demenzsensible Architektur in Theorie und Praxis“ erläuterte sie, welchen Einfluss die bauliche Umgebung auf das Wohlbefinden und die Selbstständigkeit von Menschen mit Demenz haben kann.

Anhand anschaulicher Beispiele verdeutlichte sie, dass Räume mehr sind als eine bloße Kulisse des Alltags: Eine durchdachte Gestaltung kann Orientierung erleichtern, Sicherheit vermitteln und dabei helfen, vertraute Abläufe möglichst lange selbstständig zu bewältigen. Demenzsensible Architektur leistet damit einen wichtigen Beitrag zu Lebensqualität und gesellschaftlicher Teilhabe.

Angehörige im Alltag stärken

Im zweiten Vortrag rückte Tina Würzburger aus dem Ressort „Leben im Alter“ des VdK Bayern die menschliche Seite des Zusammenlebens in den Mittelpunkt. Unter dem Titel „Demenz verstehen – den Alltag erleichtern“ vermittelte sie praktische Anregungen für pflegende Angehörige sowie Familienmitglieder, die Menschen mit Demenz begleiten und unterstützen.

Dabei ging es vor allem um Verständnis für veränderte Verhaltensweisen und um einen Umgang, der von Geduld, Einfühlungsvermögen und Sicherheit geprägt ist. Ihre alltagsnahen Hinweise zeigten, wie kleine Veränderungen im Miteinander Entlastung schaffen und das Zusammenleben erleichtern können.

Wissen teilen, Verständnis fördern

Auch für Fragen und den persönlichen Erfahrungsaustausch blieb ausreichend Raum. Damit erfüllte die Veranstaltung ein zentrales Anliegen des VdK Schweinfurt: Wissen zugänglich zu machen, Berührungsängste abzubauen und das Bewusstsein für die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz zu stärken.

Die beiden Vorträge zeigten eindrucksvoll, dass Unterstützung viele Formen hat – von einer passenden Wohnumgebung bis zum verständnisvollen Umgang im Alltag. Die wichtigste Botschaft bleibt: Menschen mit Demenz gehören in die Mitte unserer Gesellschaft. Mit Wissen, gegenseitiger Unterstützung und gelebter Rücksichtnahme können wir dazu beitragen, dass sie möglichst lange selbstbestimmt und mit Lebensqualität am gesellschaftlichen Leben teilhaben.