Für einen starken Sozialstaat
VdK Bayern macht bei der Aktion „Raum für Demokratie“ mit

Kurz vor der Bundestagswahl hat sich der VdK Bayern im Rahmen seiner aktuellen Aktion JASOZIAL an der Initiative „Raum für Demokratie“ der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) beteiligt. Vor der Landesgeschäftsstelle in München kamen VdK-Mitarbeitende mit zahlreichen Passantinnen und Passanten ins Gespräch.
Ziel war es, von den Menschen zu erfahren, was für sie einen guten Sozialstaat ausmacht, und welche Wünsche sie an die künftige Bundesregierung haben. Die Aktion stieß auf positive Resonanz. Obwohl es die meisten tagsüber recht eilig haben, blieben viele stehen, sprachen mit den VdK-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern und schrieben ihre Wünsche im Bereich der Sozialpolitik auf Papier.

Über 70 Wünsche
Die Forderungen wurden auf zwei großen Pinnwänden gesammelt, die in die Themenbereiche „Armut und Rente“, „Gesundheit und Pflege“, „Barrierefreiheit und Inklusion“ sowie „Soziale Gerechtigkeit und Wohnen“ unterteilt waren.
Insgesamt kamen mehr als 70 Wünsche zusammen, zum Beispiel „Finanzierbare Pflege“, „Eine gerechte Rente“, „Chancengleichheit“, „Wohnungen bauen“, „Würdevolle Grundsicherung“, „Faire Steuerpolitik“, „Bezahlbare Wohnungen“ und „Weniger Hürden bei der Antragstellung auf Assistenz“.

Bei der Aktion machten Menschen aus allen Altersgruppen mit. Der offene und ungezwungene Austausch gefiel einigen so gut, dass sie gleich VdK-Mitgliedsanträge mitnahmen.
„Weniger Hürden, um über die Pflegeversicherung auch tatsächlich Hilfe zu bekommen“, schrieb zum Beispiel eine Passantin. „Wir müssen um jede kleine Leistung kämpfen“, erklärte sie. Ihre Eltern sind beide weit über 80 Jahre alt und zunehmend gebrechlich. Zwar haben beide Pflegegrad 1, aber die Entlastungsleistungen, die ihnen damit zustehen würden, können nicht abgerufen werden, weil es keine Anbieter gibt, berichtet sie. Mit den 131 Euro, die die Pflegeversicherung monatlich zur Verfügung stellt, ist es also nur theoretisch möglich, sich Hilfe für den Haushalt zu holen.
Der Sozialverband VdK fordert von der Bundesregierung einen starken Sozialstaat, denn dieser ist der sicherste Garant für Demokratie, inneren Frieden und eine solidarische Gesellschaft. Die aktuelle VdK-Aktion JASOZIAL rückt dabei vier Punkte in den Mittelpunkt: die Einführung einer Rente für alle, die dafür sorgt, dass das Rentensystem stabilisiert wird, die Bekämpfung von Kinder-, Frauen- und Altersarmut, die Verwirklichung von Teilhabe, damit alle Menschen gleichberechtigt und selbstbestimmt leben können, sowie eine einheitliche und solidarische Kranken- und Pflegeversicherung, die die Versorgung gerechter macht.
„Die Menschen im Land brauchen jetzt vor allem eins: Vertrauen in einen zukunftsfähigen Sozialstaat“, sagte VdK-Präsidentin Verena Bentele nach der Bundestagswahl. Dieser sei auch die Basis für Wirtschaftswachstum und eine gute Klima- und Energiepolitik.
Die Wahl habe gezeigt, dass den Menschen soziale Themen wichtig sind. „Mit einer steuerlichen Entlastung der meisten Menschen im Land und der gerechten Besteuerung von großen Vermögen und Erbschaften lassen sich unverzichtbare Maßnahmen wie die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum finanzieren“, betonte Bentele.