
VdK Bayern setzt mit One Billion Rising und Bäcker-Innung ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen
„Gewalt kommt nicht in die Tüte“ lautete das Motto des VdK Bayern am Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen.

VdK-Landesvorsitzende Verena Bentele und viele weitere Akteurinnen und Akteure verteilten in den Morgenstunden des 25. November frische Brezen in Aktionstüten an Passantinnen und Passanten.
Schon zum fünften Mal verwendeten die Bäckereien der Bäcker-Innung München, Landsberg und Erding an diesem Tag besondere Tüten, die auf Hilfe und Unterstützung für gewaltbetroffene Frauen aufmerksam machen. Initiator der Aktionstüten, auf denen wichtige Kontaktadressen abgedruckt sind, ist der Verein One Billion Rising München. Schirmpatin der Aktion war diesmal VdK-Landesvorsitzende Verena Bentele.
VdK leuchtet in Orange
Die Brezen-Aktion fand vor der VdK-Landesgeschäftsstelle statt. Der gesamte Eingangsbereich leuchtete in orangem Licht, der Farbe des Aktionstags, was in der Dunkelheit besonders gut zu sehen war. Abends wurde das VdK-Gebäude in der Schellingstraße 31 mit Videoinstallationen mit Statements gegen Gewalt angestrahlt.
Neben Bentele verteilten Alexandra Kugge von One Billion Rising München, Manuela Soller vom Verein Amyna, Andreas Schmiedel vom Münchner Informationszentrum für Männer, Ober-Innungsmeister Heinrich Traublinger, VdK-Landesgeschäftsführer Michael Pausder und viele VdK-Mitarbeitende die Brezen zusammen mit Flyern, Ansteckern und Flugblättern und informierten zu den Forderungen des VdK Bayern gegen Gewalt an Frauen. Münchens Dritte Bürgermeisterin Verena Dietl war auch gerne mit dabei und bedankte sich für „die tolle Aktion“. Sie hob hervor, dass Gewalt gegen Frauen kein privates Problem der Betroffenen ist, sondern ein gesellschaftliches, das alle angeht.

Neuer Höchststand
Laut Polizeilicher Kriminalstatistik 2024 wurden 53 451 Frauen und Mädchen Opfer von Sexualdelikten. 308 Tötungsdelikte an Frauen und Mädchen gab es laut Polizei, 132 davon im Zusammenhang mit Partnerschaftsgewalt. Auch bei häuslicher Gewalt gibt es mit 265 942 Personen einen neuen Höchststand: ein Anstieg um 3,5 Prozent im Vergleich zu 2023 und um 17,8 Prozent innerhalb der vergangenen fünf Jahre. Zu rund 70 Prozent sind Frauen und Mädchen von häuslicher Gewalt betroffen.
„Die Würde, der Respekt und der Schutz von Frauen und Mädchen sind nicht verhandelbar. Wir können nicht hinnehmen, dass von drei Mädchen statistisch gesehen eines im Laufe ihres Lebens Opfer körperlicher oder sexualisierter Gewalt wird“, betonte Bentele. Sie wies darauf hin, dass die Situation für Mädchen und Frauen mit Behinderung noch bedrückender ist. Jede Zweite ist von sexualisierter Gewalt betroffen. „Als Gesellschaft müssen wir aktiven Schutz bieten“, forderte sie. Damit auch Mädchen und Frauen mit Behinderung wirksam vor Gewalt geschützt werden, müssten alle Angebote barrierefrei zugänglich werden.

Gewalt ist keine Lösung
Am Abend kamen besonders viele Frauen, Männer und Kinder ins Gespräch mit den VdK-Mitarbeitenden und schrieben ihre Forderungen auf die Fensterscheiben der Geschäftsstelle. Zu lesen waren Sätze wie „Gewalt ist keine Lösung“, „Nein heißt Nein“ und „Hände zum Helfen, nicht zum Schlagen“.
Auch in anderen Orten Bayerns haben VdK-Ehrenamtliche Veranstaltungen zum Thema organisiert, beispielsweise in Ansbach, Augsburg, Bad Kissingen, Cham, Erding, Forchheim, Fürth, Vilshofen und Wolfratshausen. Die Aktionen waren sehr vielfältig – von Vorträgen zu Unterstützungsmöglichkeiten, einer Ausstellung zur Solidarisierung mit Betroffenen über Infostände zu Hilfsangeboten bis hin zur Teilnahme an Kundgebungen.
„Mit mehr als 430 000 weiblichen Mitgliedern ist der Sozialverband VdK eine der größten und wichtigsten Frauenorganisationen in Bayern“, so VdK-Landesgeschäftsführer Michael Pausder. „Gewalt gegen Frauen geht gar nicht. Das gilt ohne Wenn und Aber!“

