Kategorie VdK-Zeitung

VdK-Mitglied Robert Bauer engagiert sich als Schlaganfall-Helfer

Von: Sebastian Heise

Ein Schlaganfall ist für Betroffene und deren Angehörige ein schlimmes Erlebnis mit zum Teil gravierenden Folgen. Robert Bauer, VdK-Mitglied aus dem oberbayerischen Hohenpeißenberg, kümmert sich ehrenamtlich um diese Menschen. 

VdK-Mitglied Robert Bauer steht in seiner Schlaganfallhelferkleidung vor einer Wand.
VdK-Mitglied Robert Bauer setzt sich gerne für andere ein. © privat

Für die Gesundheit seiner Mitmenschen setzt sich Robert Bauer mit Leidenschaft ein. Er arbeitet nicht nur seit mehr als 15 Jahren im Rettungsdienst. In seiner Freizeit engagiert sich der Oberbayer zusätzlich noch als Schlaganfall-Helfer. Ein Beitrag im BR-Fernsehen vor mehr als drei Jahren hat ihn auf dieses noch wenig bekannte Ehrenamt aufmerksam gemacht. Er hat sich daraufhin bei der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe gemeldet, die das Ehrenamt ins Leben gerufen hat und seitdem Menschen darin ausbildet.

Hilfe im Alltag

Robert Bauer hat im Dienst schon einige Notfälle mit Schlaganfall-Patientinnen und -Patienten miterlebt. „Wir fahren viele Betroffene in die Klinik“, erzählt er. Diese werden dann natürlich so gut wie möglich medizinisch versorgt und anschließend therapeutisch begleitet, um beispielsweise wieder Gehen oder Sprechen zu lernen. Doch im Alltag fühlen sich Betroffene und deren Angehörige oft alleingelassen.

Die Schlaganfall-Helferinnen und -Helfer sind dann für sie da. Sie gehen mit den Patientinnen und Patienten spazieren, auch wenn es nur langsam vorangeht. Sie hören geduldig zu, auch wenn den Betroffenen das Sprechen schwerfällt. Sie helfen beim Einkaufen oder geben Tipps, wie Patientinnen und Patienten mit einer Hand kochen können, beschreibt die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe die Aufgaben.

Da die Schlaganfall-Helferinnen und -Helfer mit den Strukturen vor Ort vertraut sind, können sie schnell und effektiv bei Herausforderungen im Alltag helfen. Beispielsweise knüpfen sie Kontakt zu Informationsstellen, helfen beim Ausfüllen von Formularen, führen Telefonate oder begleiten zu Arztterminen.

Robert Bauer, der in Hohenpeißenberg zu Hause ist, war im Landkreis Weilheim-Schongau der erste Schlaganfall-Helfer. Nach einer Online-Ausbildung nahm der 53-Jährige in der Folge an Präsenzseminaren teil und ist regelmäßig im Austausch mit der Stiftung sowie anderen Ehrenamtlichen.

Mehrere Betroffene hat Robert Bauer in den vergangenen Jahren bereits begleitet. Die Patientinnen und Patienten haben sehr unterschiedliche Symptome, die auch mehr oder weniger stark den Alltag einschränken. Eine Frau, die er kennengelernt hat, war in den ersten Wochen nach dem Schlaganfall hilflos und konnte sich kaum verständigen. Sie brauchte viel Unterstützung von allen Seiten. Nach und nach konnte sie wieder vieles erlernen. Leider starb ihr Ehemann in der Zwischenzeit an Krebs. Robert Bauer besucht sie immer mal wieder und trinkt mit ihr Kaffee.

Zum VdK begleiten

Bei anderen wird der Schlaganfall früher erkannt und behandelt, sodass die Menschen kürzere Zeit auf Hilfe angewiesen sind. Robert Bauer und seine ehrenamtlichen Kolleginnen und Kollegen fahren mit ihnen zur Physiotherapie oder sind bei einem Behördengang dabei, manch einer geht auch mit zur VdK-Geschäftsstelle, um Ansprüche gegenüber Krankenkassen oder Behörden geltend zu machen.

Robert Bauer engagiert sich, weil er froh ist, „zu erleben, wie die Menschen wieder in den Alltag zurückkehren“. Natürlich freut er sich auch über die Wertschätzung von Betroffenen und deren Angehörigen, die in Sätzen münden wie: „Danke, dass du mich so gut unterstützt hast.“