Kategorie Gesundheit Gesundheitssystem

Patientenorganisationen fordern mutige Reform der ambulanten Versorgung

  • Sieben konkrete Punkte für mehr Patientenorientierung
  • Perspektive der Menschen muss zentraler Maßstab für Qualität im System sein

Die maßgeblichen Patienten- und Selbsthilfeorganisationen nach § 140 SGBkurz fürSozialgesetzbuch V – der Deutsche Behindertenrat (DBRkurz fürDeutscher Behindertenrat), die BundesArbeitsGemeinschaft der PatientInnenstellen und – Initiativen (BAGP), die Deutsche Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen e. V. (DAG SHG) sowie der Verbraucherzentrale Bundesverband e. V. (VZBV) – machen sich für eine grundlegende Reform der ambulanten Primärversorgung stark, die konsequent aus Sicht der Patientinnen und Patienten gedacht ist.

VdK-Präsidentin Verena Bentele:

„Patientenorientierung bedeutet für mich, Menschen mit Respekt und auf Augenhöhe zu begegnen und ihre Perspektive als zentralen Maßstab für Qualität im System anzuerkennen. Eine Gesundheitsversorgung darf sich nicht an institutionellen Strukturen orientieren, sondern muss sich an den tatsächlichen Bedürfnissen der Menschen ausrichten, die sie nutzen. Deshalb unterstützen wir die Forderungen nach barrierefreier, verlässlicher und bedarfsgerechter Versorgung, die integriert, digital vernetzt und kontinuierlich weiterentwickelt wird.

Im Gegensatz zur Gesundheitsministerin, die die hohen Kosten des Gesundheitssystems vor allem den Patientinnen und Patienten zuschreibt, betont Verena Bentele: „Die Patientinnen und Patienten dürfen nicht zum Sündenbock für die Kostensteigerungen im Gesundheitssystem gemacht werden. Ein System, das auf möglichst viele Arztkontakte ausgelegt ist, erzeugt – ohne dass nur die Patienten etwas dafürkönnen – hohe Kosten.“

Die sieben konkreten Forderungen der Verbände für eine patientenzentrierte Reform lauten:

  • Die Gesundheitsversorgung ist gemeinwohlorientiert und wird durch barrierefreie, verlässliche, bedarfsgerechte und interprofessionelle Versorgung sichergestellt.
  • Die Versorgung erfolgt integriert und individuell bedarfsgerecht; die Bedarfe von chronisch Kranken und Menschen mit Behinderung werden in besonderer Weise berücksichtigt.
  • Die Primärversorgung ist in die regionalen Strukturen eingebettet und kooperiert mit sozialen Unterstützungssystemen und Angeboten zur Gesundheitsförderung.
  • Die Qualität der Angebote wird gewährleistet, transparent gemacht und weiterentwickelt.
  • Die Gesundheitsversorgung arbeitet digital und vernetzt.
  • Der Sicherstellungsauftrag muss neu gedacht werden.
  • Die Reformansätze werden kontinuierlich evaluiert, die Patientenorganisationen werden wirksam eingebunden.

Der Sozialverband VdK Deutschland e. V. ist Mitglied des Deutschen Behindertenrates und an der Erstellung des Papiers beteiligt.

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