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Sozialverband VdK fordert, soziale Folgen des Klimawandels auf „breite Schultern“ zu verteilen

Hochkarätige Expertinnen und Experten aus Politik und Wissenschaft diskutieren auf dem sozialpolitischen Forum des VdK Bayern am 12. und 13. März 2026 über soziale Klimapolitik und Gegenstrategien zu den Folgen des Klimawandels.

Erfolgreicher Start des VdK-Forums in München (von links): Alexander Hagelüken (leitender Redakteur Wirtschaftspolitik bei der Süddeutschen Zeitung), Prof. Dr. Annette Menzel (Professur für Ökoklimatologie, TU München), Thorsten Glauber (MdL, Bayerischer Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz), Verena Bentele (VdK-Landesvorsitzende), Dr. Katja Schumacher (Stellv. Leiterin Bereich Energie & Klimaschutz, Öko-Institut Berlin) und Michael Pausder (VdK-Landesgeschäftsführer).
Erfolgreicher Start des VdK-Forums in München (von links): Alexander Hagelüken (leitender Redakteur Wirtschaftspolitik bei der Süddeutschen Zeitung), Prof. Dr. Annette Menzel (Professur für Ökoklimatologie, TU München), Thorsten Glauber (MdL, Bayerischer Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz), Verena Bentele (VdK-Landesvorsitzende), Dr. Katja Schumacher (Stellv. Leiterin Bereich Energie & Klimaschutz, Öko-Institut Berlin) und Michael Pausder (VdK-Landesgeschäftsführer). © VdK Bayern/Anja Karatas

Aktueller Hintergrund ist die Verpflichtung der Bundesregierung, bis Ende März 2026 ein überarbeitetes Klimaschutzprogramm vorzulegen. 

Unter dem Motto „36 Grad, und es wird noch heißer – Soziale Folgen des Klimawandels und Gegenstrategien“, begrüßte Michael Pausder, Landesgeschäftsführer des VdK Bayern, zahlreiche Gäste in München: „Gute Klimapolitik ist immer auch Gesundheits- und Sozialpolitik – und benötigt Lösungen, die die Lasten möglichst gerecht auf den Schultern aller Bürgerinnen und Bürger verteilen. Auch wenn viele Menschen, insbesondere Politikerinnen und Politiker, mit ihren Gedanken gerade woanders sind, brauchen wir jetzt eine Klimatransformation, bei der ökologische und soziale Aspekte ineinandergreifen, um die Gesellschaft zusammenzuhalten und alle auf diesem Weg mitzunehmen.“

Wandel sozial gestalten und Kosten fair verteilen

Mit Blick auf die anstehenden Entscheidungen forderte VdK-Landesvorsitzende und VdK-Präsidentin Verena Bentele: „Die zentrale Voraussetzung für eine gelungene Klimaschutzpolitik ist, die soziale Dimension des Klimawandels anzuerkennen. Klimapolitik darf nicht isoliert stattfinden und sich auf die Umstellung von Technologien und die Vermeidung von CO2-Emissionen beschränken, sondern die Kosten der Transformation müssen fair verteilt werden. Wer mehr emittiert, muss auch einen größeren Beitrag leisten. Hierfür braucht es einen Instrumentenmix aus finanzieller Kompensation, niedrigschwelligen und zielgenauen Förderangeboten und Unterstützung beim Umstieg auf klimafreundliche Technologien. Erforderlich ist ein Dreiklang aus dem entschlossenen Ausbau klimafreundlicher Infrastruktur, einem konsequenten Abbau fossiler Nutzungen und Subventionen sowie einer zielgenauen und sozial ausgewogenen Förderung. Die sozialen Folgen des Klimawandels müssen von allen gemeinsam getragen werden. Wer mehr Geld hat, muss mehr bezahlen.“ 

Benachteiligte Gruppen und Lebensrealitäten bei Transformation berücksichtigen

Für den VdK ist es entscheidend, bei der Transformation vulnerable Gruppen wie chronisch Kranke oder Menschen mit Behinderung und Haushalte mit niedrigem Einkommen mitzudenken. Sie sind besonders von den direkten und indirekten Folgen des Klimawandels betroffen: Hitzewellen verschärfen gesundheitliche Risiken und führen zu Krankenhausaufenthalten; schlecht gedämmte Wohnungen und Häuser mit alten Heizungen treiben Energiekosten in die Höhe; Extremwetterereignisse treffen diejenigen besonders hart, die kaum finanzielle Rücklagen haben oder auf eine funktionierende soziale Infrastruktur angewiesen sind. Die Folgen des Klimawandels sind für viele VdK-Mitglieder schon heute Alltag. 

„Die steigenden Lebenshaltungskosten, insbesondere in den Bereichen Energie und Wohnen, führen zu einem erhöhten Armutsrisiko von ohnehin schon angespannten Lebensrealitäten. Dies untergräbt nicht nur die Akzeptanz für Klimapolitik und die Energiewende, sondern nährt darüber hinaus populistische Narrative und stärkt so extremistische Positionen. Eine sozial unausgewogene Klimapolitik gefährdet deshalb nicht nur den sozialen Zusammenhalt, sondern auch den klimapolitischen Fortschritt selbst“, sagte Verena Bentele. 

Verständliche Kommunikation zu geplanten Maßnahmen

Der VdK fordert daher auch eine klare Kommunikation der geplanten Maßnahmen: „Die Bürgerinnen und Bürger können nur mitgenommen werden, wenn sie verstehen, was sich verändern soll, warum sich etwas verändern soll, und wenn sie merken, dass die Maßnahmen, zu denen sie beitragen sollen und die ihnen etwas abverlangen, auch etwas bringen. Statt die Bevölkerung weiter zu verunsichern, brauchen wir klare Ziele und schlüssige Antworten, wie wir sie erreichen“, erläuterte Verena Bentele.

Über das sozialpolitische VdK-Forum

Beim sozialpolitischen Forum des VdK Bayern am 12. und 13. März diskutieren Expertinnen und Experten zusammen mit VdK-Präsidentin Verena Bentele über wichtige Erkenntnisse zur Klimapolitik und deren sozialen Folgen. Dabei wird auch ein Blick auf den Zusammenhang von Klimagerechtigkeit und Geschlecht sowie auf konkrete Klimaschutzmaßnahmen vor Ort geworfen. 

Am Donnerstag, 12. März 2026, werden Thorsten Glauber (MdL, Bayerischer Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz), Prof. Dr. Annette Menzel (Professur für Ökoklimatologie, TU München) und Dr. Katja Schumacher (Stellv. Leiterin Bereich Energie & Klimaschutz, Öko-Institut Berlin) erwartet.

Am Freitag, 13. März, haben Jacqueline Melzer (Bundesstiftung Gleichstellung, Berlin), Britta Walthelm (Referentin für Umwelt und Gesundheit, Stadt Nürnberg) sowie Ruth Waldmann (MdL, SPD, Stellv. Vorsitzende des Ausschusses für Gesundheit, Pflege und Prävention) zugesagt. 

Alexander Hagelüken, leitender Redakteur Wirtschaftspolitik bei der Süddeutschen Zeitung, moderiert die zweitägige Veranstaltung. Das VdK-Forum findet im Novotel München City, Hochstraße 11, 81669 München statt. Die Tagung startet am 12. März um 14.15 Uhr und endet gegen 18 Uhr. Am 13. März beginnen die Vorträge um 9.30 Uhr, das Ende ist gegen 12.30 Uhr geplant. Beide Forumstage werden mit einer Podiumsdiskussion mit VdK-Präsidentin Verena Bentele abgeschlossen. 

VdK-Landesvorsitzende Verena Bentele und VdK-Landesgeschäftsführer Michael Pausder mit den Gästen des ersten Tags (von links): Dr. Jennifer Eckhardt, Prof. Dr. Achim Truger, Alexander Hagelüken und Prof. Dr. Fabian Pfeffer.

VdK-Forum

Jedes Jahr im Frühjahr wird unter der Regie des VdK Bayern ein zukunftsweisendes Diskussionsforum abgehalten, das Politik und Gesetzgebung bereits maßgeblich beeinflusst hat.

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