Kommunalwahl 2026

Ein Maibaum mit dem VdK-Logo. Rechts daneben steht: "kommunal sozial 2026".

Am 8. März 2026 finden in Bayern Kommunalwahlen statt. Dort, wo die Menschen wohnen und leben, zeigt sich ganz konkret, wie ein Staat funktioniert und was die Demokratie sichert. Deshalb setzt sich der VdK Bayern mit seinen 1800 Orts- und 69 Kreisverbänden für alters-, behinderten- und pflegefreundliche Kommunen ein. 

Mit rund 850.000 Mitgliedern ist der Sozialverband VdK in Bayern die wichtigste sozialpolitische Interessenvertretung der Bürgerinnen und Bürger. Unsere Ehrenamtlichen melden sich zu Wort, um die Teilhabe aller Bevölkerungsgruppen zu ermöglichen.

Zahlreiche Kandidatinnen und Kandidaten stellen sich als Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, Landrätinnen und Landräte, Kreistags-, Stadtrats- und Gemeinderatsmitglieder zur Wahl. Wir legen hier einen 10-Punkte-Plan vor, wie Bayern an jedem Ort noch lebenswerter werden kann. Die vorhandenen Ressourcen müssen in den Kommunen sozial gerecht eingesetzt werden – zum Wohle aller.

Am 8. März 2026 kommunal sozial wählen!

10 Forderungen des Sozialverbands VdK Bayern zur Kommunalwahl 2026

1. Überall Barrierefreiheit schaffen!

Fakt: Nur 39 Prozent der ambulanten Arztpraxen in Bayern erfüllen mindestens eine Bedingung zur Barrierefreiheit.

Der VdK Bayern fordert:

  • Schulen, Kindertagesstätten und öffentliche Gebäude konsequent barrierefrei gestalten.
  • Ausbau von Barrierefreiheit bestehender Krankenhäuser und Arztpraxen voranbringen.
  • Kommunale Webseiten barrierefrei anbieten.

2. Inklusion in der Kommune leben!

Fakt: In Bayern leben mehr als zwei Millionen Menschen mit Behinderung, jeder elfte Mensch hat eine Schwerbehinderung.

Der VdK Bayern fordert:

  • Inklusive Schulen und Kitas ausbauen.
  • Kommunale lnklusionsräte/Behindertenbeiräte einrichten.
  • Mehr Menschen mit Behinderung in den Kommunen einstellen.

3. Bezahlbares Wohnen für alle!

Fakt: Haushalte in Bayern müssen durchschnittlich 28 Prozent ihres Einkommens für die Miete ausgeben.

Der VdK Bayern fordert:

  • Kommunalen und genossenschaftlichen sozialen Wohnungsbau vorantreiben.
  • Gegen überhöhte Mieten und Leerstand vorgehen.
  • Kein Ausverkauf an Höchstbietende: gemeinwohlorientierte Bodenpolitik betreiben.

4. Lebensräume seniorengerecht gestalten!

Fakt: Im Jahr 2043 werden die Mitte-70-Jährigen zu den zahlenmäßig stärksten Jahrgängen in Bayern zählen.

Der VdK Bayern fordert:

  • Seniorengerechte Quartierskonzepte und Nachbarschaftshilfen etablieren.
  • Wohnberatungen in den Kommunen einrichten und bekannt machen.
  • Alternative ambulante Wohn- und Betreuungsformen auf- und ausbauen.

5. Mobilität in Stadt und Land verbessern!

Fakt: Mehr als jede dritte Person in Bayern ist unzufrieden mit der Erreichbarkeit von Bus und Bahn am eigenen Wohnort.

Der VdK Bayern fordert:

  • Öffentlichen Nahverkehr im ländlichen Bereich ausbauen.
  • Sozialtickets für den öffentlichen Nahverkehr einführen.
  • Wege und Plätze barrierearm gestalten, Sitzbänke aufstellen.

6. Gesundheitsangebote vernetzen!

Fakt: Gewinnorientierte Private-Equity-Gesellschaften haben in den vergangenen Jahren in Bayern schon hunderte Arztpraxen aufgekauft.

Der VdK Bayern fordert:

  • Medizinische Versorgungszentren in den Händen von niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten oder Kommunen etablieren.
  • Zielgruppengenaue Angebote zur Gesundheitsförderung und Prävention auf- und ausbauen.
  • Bildungs-, Sport-, ambulante Rehabilitationseinrichtungen, Sozial- und Pflegedienste sowie Hausarztpraxen für Gesundheits- und Pflegekonzepte vernetzen.

7. Pflegeinfrastruktur ausbauen!

Fakt: 2050 werden in Bayern voraussichtlich über eine Million Menschen pflegebedürftig sein, der pflegerische Bedarf wird stark steigen.

Der VdK Bayern fordert:

  • Die Pflegeinfrastruktur als Teil der kommunalen Daseinsvorsorge anerkennen und mehr investieren.
  • Niedrigschwellige ambulante Betreuungsangebote und neutrale Pflegeberatung erweitern.
  • Angebote für jüngere pflegebedürftige Menschen und Nachtpflegen auf- und ausbauen.

8. Kontaktmöglichkeiten für Teilhabe erweitern!

Fakt: Einsamkeit macht krank. Ein beträchtlicher Teil der bayerischen Bevölkerung ist häufig einsam und vermisst soziale Kontakte.

Der VdK Bayern fordert:

  • Kontakt-, Kommunikations- und Aufenthaltsangebote wie Seniorencafés, Altenservicezentren, Seniorenbüros, Quartierbüros, Jugendzentren oder Nachbarschaftstreffs inklusive kostenloser Internetnutzung ausbauen.
  • Landkreis- oder Städtepässe für Menschen mit niedrigen Einkommen anbieten.

  • Enge Zusammenarbeit mit den Seniorenbeiräten fördern.

9. Hitzeschutz in allen Kommunen!

Fakt: Steigende Temperaturen verursachen immer mehr gesundheitliche Probleme. Aber nur jede vierte Kommune in Bayern arbeitet an einem Hitzeaktionsplan.

Der VdK Bayern fordert:

  • Hitzeaktionspläne in allen Kommunen schaffen und umsetzen.
  • Klimaanlagen in Altenheimen, Kindergärten, Schulen und Krankenhäusern fördern.
  • Anreize und Auflagen für Vermieter und Bauherren schaffen für Dämmung, Gründächer, Fassadenbegrünung und Außenjalousien.

10. Ehrenamt und Vereinsleben fördern!

Fakt: Über 40 Prozent der Menschen in Bayern engagieren sich ehrenamtlich. Beim VdK Bayern sind etwa 12.800 Mitglieder ehrenamtlich aktiv.

Der VdK Bayern fordert:

  • Ehrenamt stärken durch stabile kommunale Vereinsförderung.
  • Vereine besonders unterstützen, die eine aktive Jugend-, Senioren- und Inklusionsarbeit leisten.
  • Förderung von Sozialorganisationen sowie Sport- und Kulturvereinen priorisieren.