Bernhard Wagner sammelt erfolgreich für „Helft Wunden heilen“
Die Gemeinde Krummennaab im oberpfälzischen Landkreis Tirschenreuth hat zwar nur knapp 1500 Einwohner, aber bei der VdK-Haussammlung „Helft Wunden heilen“ (HWH) erreicht der dortige VdK-Ortsverband jedes Jahr Top-Ergebnisse.

Wagner ist dem Sozialverband 1998 beigetreten und leitet den VdK Krummennaab (Kreisverband Tirschenreuth-Kemnath) seit 17 Jahren. Zählte der Ortsverband 2008 noch rund 100 Mitglieder, so waren es nach dem Zusammenschluss mit dem VdK Reuth im Jahr 2018 rund 240. Mittlerweile sind es 321 Mitglieder, allein von 2020 bis 2024 gab es 67 Neueintritte. „In Krummennaab und Reuth hat der VdK mittlerweile Kultstatus. Offenbar hat es sich herumgesprochen, dass es bei uns schön ist“, sagt er.
Geselligkeit ist wichtig
Kein Wunder: Die Vorstandsmitglieder sind voller Ideen und Tatkraft. Neben der Jahresversammlung veranstalten sie jedes Jahr ein Sommerfest, bei dem es für die Gäste eine Überraschung gibt, einen Zoigl-Abend (Zoigl ist ein Kellerbier, das in der Oberpfalz gebraut wird) sowie eine Weihnachtsfeier, für die das Vorstandsteam Stollen und Plätzchen bäckt. Die Geselligkeit steht für den 76-Jährigen an oberster Stelle: „Mir ist wichtig, dass die Leute kommen.“
Sie kommen nicht nur, sondern helfen gerne – so auch bei der HWH-Sammlung. Neun Sammlerinnen und Sammler sind vom 17. Oktober bis 16. November wieder in der Gemeinde unterwegs. „Als ich vor einigen Jahren gesagt habe, wir bräuchten noch einen Sammler, gingen sofort mehrere Finger hoch“, erzählt er.
3700 Euro haben die VdK-Ehrenamtlichen im vergangenen Jahr zusammenbekommen. Das ist rund ein Drittel der HWH-Spenden im gesamten Kreisverband. Etwa jede dritte Bewohnerin und jeder dritte Bewohner von Krummennaab hat einen Betrag beigesteuert, im Schnitt sieben Euro, berichtet Wagner.
Als langjähriger HWH-Sammler hat Wagner viele gute Tipps parat: „Freundlich sein, Geduld mitbringen und auf alle Fragen antworten.“ Wenn die ehrenamtlichen Sammlerinnen und Sammler in Krummennaab und Reuth an den Türen klingeln, sind die meisten Menschen sehr nett. Viele warten schon darauf, dass der VdK vorbeikommt. „Manche sagen: ,Ich habe schon was für Sie bereitgelegt‘“, erzählt er.
Gut geschult
Wagner bereitet seine HWH-Sammlerinnen und -Sammler in einer Schulung vor, bevor sie von Tür zu Tür ziehen. Ziel ist es, ihr Selbstvertrauen zu stärken. „Die häufigsten Fragen sind: Was ist der VdK? Was macht er? Wofür wird das Geld verwendet? Wird den Bedürftigen vor Ort auch geholfen?“ Werden diese Fragen beantwortet, entsteht Vertrauen.
Kleine Geschenke
Manche Ehrenamtliche hatten aber auch etwas Scheu davor, an der Haustür um Geld zu bitten. „Sie haben sich geschämt und sich gefühlt, als würden sie ,betteln‘, ohne etwas zurückgeben zu können“, berichtet Wagner. Als er das bemerkte, stimmte er sich mit dem Vorstand ab und bestellte bei der Dimetria-VdK gGmbH ein kleines Werbegeschenk mit dem VdK-Logo, damit die Sammlerinnen und Sammler diese zusätzlich zum VdK-Taschenkalender verschenken können.
Das kam bei den Menschen im Ort sehr gut an. Seither haben die Ehrenamtlichen jedes Jahr für die Spenderinnen und Spender ein kleines Präsent, wie zum Beispiel einen hübschen Bleistift, dabei.
Auch die Öffentlichkeitsarbeit ist laut Wagner ein hervorragendes Instrument, um auf den Sozialverband aufmerksam zu machen. „Vor einigen Jahren habe ich für jede Sammlerin und jeden Sammler bei Dimetria-VdK einen Schirm mit dem VdK-Logo bestellt und ein Foto machen lassen mit dem Spruch: ,Der VdK lässt seine Sammler nicht im Regen stehen‘.“
All diese Bemühungen zahlen sich aus: „Unsere Sammelergebnisse sind in den letzten sieben Jahren trotz Corona um rund 2000 Euro gewachsen“, zieht Wagner Bilanz.
Alles richtig gemacht
Die HWH-Sammlung stärkt die Gemeinschaft und den Zusammenhalt vor Ort und hilft gegen Einsamkeit im Alter. Mit den Spendengeldern, die der VdK Krummennaab selbst verwenden kann, unterstützt der Ortsverband Bedürftige, beispielsweise, um Winterbekleidung zu kaufen oder Heizkosten zu bezahlen. Auch bei einem kaputten Kühlschrank kann der VdK einspringen. „Dass wir mit dem Geld Gutes tun, hat sich offensichtlich herumgesprochen, denn nicht nur die Spenden steigen, sondern auch die Zahl der Mitglieder“, sagt Wagner. Er freut sich, dass seine Arbeit gut ankommt: „Wenn jemand zu mir sagt, er möchte dem VdK beitreten, weil das eine gute Sache ist, dann weiß ich, dass wir alles richtig gemacht haben.“
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