Klingeln für den guten Zweck
„Helft Wunden heilen“: Bei Wind und Wetter unterwegs für den guten Zweck

Ein kalter Wind weht die bunten Blätter von den Bäumen. Der stetige Regen hat auf den Straßen viele Pfützen hinterlassen. Doch Stephy Steinhauser lässt sich vom herbstlichen Wetter nicht unterkriegen und ist auch an diesem verregneten Tag für die Externer Link:Spendensammlung „Helft Wunden heilen“ (HWH) des VdK Bayern unterwegs. Seit mehr als 30 Jahren sammelt die Vertreterin der Frauen des oberbayerischen Ortsverbands Dietramszell (Kreisverband Bad Tölz/Wolfratshausen und Miesbach) bereits Spenden für den VdK Bayern und ist bei den Menschen in der Gemeinde bekannt. Das Gebiet ist sehr weitläufig. Um bei allen Bauernhöfen und Häusern vorbeizuschauen, ist sie daher mit dem Auto unterwegs.
Mehr als eine Spendenaktion
Für Stephy Steinhauser ist die HWH-Sammlung mehr als eine Spendenaktion. Es ist auch die Möglichkeit, bei alten Bekannten und Freundinnen vorbeizuschauen, sich auszutauschen und in Erinnerungen zu schwelgen. „Es ist einfach schön, mit den Menschen zu sprechen. Sie freuen sich, wenn jemand bei ihnen vorbeikommt, und mögen mich.“ Sie wird oft schon erwartet: „Du schon wieder? Ist das Jahr schon wieder vorbei?“ Spaß haben sie immer, und die Zeit verfliegt dabei wie im Flug. Die meisten wissen bereits, warum Stephy Steinhauser bei ihnen klingelt. Für den VdK zu spenden, gehört im Herbst dazu, und die meisten geben gerne eine kleine oder auch größere Spende für den Sozialverband.
Ob bei Fragen zur Rente oder zur Schwerbehinderung – der VdK wird gebraucht. Die Arbeit des Sozialverbands ist vor Ort bekannt, und die Menschen wissen, dass ihr Geld für gute Zwecke verwendet wird. Konkret konnte der Ortsverband mit den Spendeneinnahmen zum Beispiel bei der Anschaffung einer Waschmaschine für eine Frau mit sehr geringem Einkommen helfen. Für Stephy Steinhauser ist insbesondere die Möglichkeit, Kinder mit einer Schwerbehinderung unterstützen zu können, eine große Motivation für das Sammeln. „Es macht mir Freude, durch meine Tätigkeit ein bisschen helfen zu können“, sagt sie.
Über die Jahre hatte Stephy Steinhauser viele nette Erlebnisse beim Sammeln. Sie wird auch zum Kaffee eingeladen und oft gibt es sehr schöne, zum Teil auch lustige Gespräche. Doch manchmal stößt sie auch auf Menschen, die nicht so zugewandt sind. Damit geht Stephy Steinhauser souverän um: „Ich verabschiede mich einfach freundlich, denn eine Spende ist immer freiwillig.“ Stattdessen konzentriert sie sich auf die positiven Erlebnisse: „Es gibt viele Leute, die gerne etwas für den VdK geben.“
Ebenfalls kalt, aber dafür sonnig, ist es im unterfränkischen Sulzdorf an der Lederhecke. Die Kassiererin des Ortsverbands Zimmerau-Obereßfeld-Grabfeld Süd (Kreisverband Rhön-Grabfeld), Karin Zink, ist seit 2002 jedes Jahr in ihrer Gemeinde für die HWH-Sammlung unterwegs. Die Sammlung macht ihr Freude und ist ihr sehr wichtig, denn sie ermöglicht die Unterstützung von alten und kranken Menschen sowie von Menschen mit Behinderung. Leider gibt es auch in Deutschland Armut, die es zu bekämpfen gilt. „Es gibt so viele Momente, wo unsere Hilfe notwendig ist“, sagt sie. Gerade viele ältere Menschen, die einsam und alleine sind, freuen sich über einen Besuch der VdK-Ehrenamtlichen.
Beihilfen für Menschen in Not
Der Ortsverband verwendet die Spendengelder aus der HWH-Sammlung beispielsweise für ein Fest der Vielfalt und Inklusion sowie für Beihilfen für Menschen in Not, etwa für Seniorinnen und Senioren mit einer sehr geringen Rente, damit diese nicht bei Lebensmitteln oder Heizmaterial sparen müssen. Der Ortsverband konnte auch eine junge Frau in der Ausbildung, die an Krebs erkrankt war, mit einer Ausstattung für ihre Reha (Trainingsanzug und Schuhe) unterstützen. Karin Zinks Einsatz zahlt sich aus: Die Leute warten schon darauf, dass sie bei ihnen klingelt. Manchmal wird sie schon im August gefragt, wann sie wieder zum Sammeln vorbeikommt.
Karin Zink nimmt sich Zeit für die Gespräche und hört sich an, was die Menschen zu sagen haben, welche Probleme sie umtreiben. So kann sie gleichzeitig herausfinden, ob hier vom VdK geholfen werden kann. „Ich finde es schön, sammeln zu gehen, um mit den Menschen in Verbindung zu bleiben. Wir als VdK werden dadurch bekannt, und je öfter wir kommen, desto mehr werden wir zu einem gern gesehenen Gast.“
Karin Zink erinnert sich an ein besonderes Erlebnis, das etwa zehn Jahre zurückliegt. Sie klingelte das erste Mal bei einer jungen Familie mit drei kleinen Kindern. Der VdK war der Familie bis dahin nicht bekannt, und so erklärte sie zunächst, was der Sozialverband alles Gutes tut. Auf die anfängliche Skepsis, Themen wie Pflege, Rente oder Schwerbehinderung seien ja für eine junge Familie nicht relevant, antwortete Karin Zink sehr direkt: „Niemand hat einen Garantieschein dafür, dass man selbst oder die Kinder nicht krank werden oder einen Unfall haben. Und schon kann es sein, dass man die bisherige Tätigkeit nicht mehr ausüben kann und auf Hilfe angewiesen ist.“
Denn auch bei den Themen Erwerbsminderungsrente oder Reha-Maßnahmen unterstützt der Verband. Das Argument überzeugte. Karin Zink verließ das Haus nicht nur mit einer Spende, sondern auch mit einer ausgefüllten Beitrittserklärung für den VdK






