Kinder- und Jugendfreizeiten des VdK Bayern feiern 40-jähriges Bestehen
Seit 40 Jahren bietet der VdK Bayern Kinder- und Jugendfreizeiten an. Von Anfang an war klar, dass auch Kinder und Jugendliche mit Behinderung dazugehören. An einem Nachmittag der diesjährigen VdK-Freizeit wurde das Jubiläum groß gefeiert.

Ehrengäste waren VdK-Landesvorsitzende Verena Bentele, VdK-Landesgeschäftsführer Michael Pausder, sein Stellvertreter Marian Indlekofer sowie VdK-Kreisgeschäftsführer Holger Hoffmann. Das Team des VdK-Ressorts „Leben mit Behinderung“ um Ressortleiter Jan Gerspach hatte neben den Kindern und Jugendlichen der aktuellen Freizeit sowie deren Betreuerinnen und Betreuern auch viele ehemalige Ehrenamtliche eingeladen, die in den vergangenen Jahrzehnten mit dabei waren.
„Meine Mutter hatte mir vorgeschlagen mitzufahren, und ich dachte mir, das ist eine schöne Idee, seine Zeit zu investieren“, erinnert sich Vanessa Essex. „Ich wurde sehr schnell Teil einer netten Gemeinschaft.“ Acht Jahre lang engagierte sie sich bei etwa 20 Freizeiten ehrenamtlich als Begleiterin. Auch Annika Kurz, Kathi Afinowi und Christoph Bauer hatten über ihre Eltern zu den inklusiven VdK-Freizeiten gefunden und betreuten die Kinder und Jugendlichen viele Jahre.
In ihrer Festrede betonte Verena Bentele, wie wichtig dem VdK Bayern die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung bei diesen Freizeiten ist. In diesem Bereich war der Verband in den 1980er-Jahren, als das Angebot ins Leben gerufen wurde, Vorreiter. Mittlerweile geben die Mitarbeitenden des VdK ihr fachliches Wissen an andere Organisationen weiter, die ebenfalls inklusive Freizeiten durchführen.
Marian Indlekofer war selbst viele Jahre Betreuer und hat mehr als 40 VdK-Freizeiten mitgemacht. „Dieses Ehrenamt hat mich sehr geprägt“, sagte er. „Wir haben Inklusion erfahrbar gemacht.“ Er erinnerte sich daran, wie er mit einem anderen Betreuer einen Rollstuhlfahrer im Schwimmbad die Wasserrutsche hochgetragen hat, um ihm zu ermöglichen, dass er auch einmal rutschen kann. „Er hat noch lange danach immer wieder davon erzählt“, berichtete Indlekofer.
Oder wie die Betreuer bei einem Besuch in einem Fastfood-Restaurant dafür gesorgt haben, dass das Essen für einen Teilnehmer püriert wurde, damit dieser einen Burger probieren konnte. „Ich wäre nie auf eine Freizeit mitgefahren, bei der die Gruppe nicht inklusiv ist“, bekannte Indlekofer. „Es sind die Herausforderungen, die das Ehrenamt des VdK-Freizeitbegleiters so besonders machen.“ Viele der Helferinnen und Helfer haben sich später für soziale Berufe entschieden.
Blindentorball mit Bentele
Das VdK-Team hatte für einen abwechslungsreichen Nachmittag gesorgt. Es gab Dosenwerfen, Kinderschminken, einen Sinnesparcours und ein Glücksrad, eine Fotobox, in der man sich fotografieren konnte, eine Spieleecke und eine Pinnwand, auf der sich die Ehrenamtlichen verewigen konnten. Höhepunkt der Feier war ein Turnier im Blindentorball. Unter der Leitung von Familie Höbold traten vier Mannschaften gegeneinander an. Auch Verena Bentele war mit dabei.
Gespielt wird mit einem Ball, in dessem Inneren sich Glöckchen befinden. So können die Mitspielenden am Klingeln hören, wohin der Ball rollt. Die Kinder und Jugendlichen trugen lichtundurchlässige Brillen und versuchten, auf Matten liegend die gegnerische Mannschaft zu überwinden und den Ball ins gegenüberliegende Tor zu werfen.
Wie sehr die inklusiven VdK-Freizeiten das Leben der ehemaligen Betreuerinnen und Betreuer geprägt haben, wird am Beispiel der Familie Immler deutlich. Stefan Immler hat in den 2000er-Jahren seinen Bruder mit Behinderung begleitet und dabei seine spätere Frau Julia kennengelernt. Mittlerweile haben die beiden drei kleine Kinder. Als Stefan Immler vor einigen Jahren wieder einmal als Betreuer bei einer Skifreizeit dabei war, fuhren auch Julia Immler und sein ältester Sohn mit.













