Kategorie VdK-Zeitung Ehrenamt

Reinhard Wolf hilft in verschiedenen VdK-Ehrenämtern

Von: Annette Liebmann

Um anderen zu helfen, hat Reinhard Wolf gleich mehrere Ehrenämter: Beim VdK-Kreisverband Coburg engagiert er sich als Pflegebegleiter, Berater für Barrierefreiheit und Lotse. Außerdem ist er Wohnberater und Mitglied des Seniorenbeirats der Stadt. 

Reinhard Wolf (links) mit dem bayerischen Innenminister Joachim Herrmann bei der Verleihung des Ehrenzeichens des Bayerischen Ministerpräsidenten für Verdienste im Ehrenamt.
Reinhard Wolf (links) mit dem bayerischen Innenminister Joachim Herrmann bei der Verleihung des Ehrenzeichens des Bayerischen Ministerpräsidenten für Verdienste im Ehrenamt. © Timm Schamberger/Bayerische Staatskanzlei

2012 trat der heute 77-Jährige dem VdK bei. Da ihm der Kreisverband – damals noch unter der Leitung von Geschäftsführer Thomas Steinlein – bei seinem Renteneintritt sehr geholfen hatte, wollte er etwas zurückgeben. Also informierte er sich über die verschiedenen Ehrenämter beim VdK. „Ich habe lange überlegt, was ich machen möchte“, erzählt er. Schließlich entschied er sich für den VdK-Pflegebegleiter, auch weil es damals seiner Mutter zunehmend schlechter ging und er das Wissen aus dem Seminar gut gebrauchen konnte.

Viel Wissen nötig

Der erste Pflegebedürftige, den er regelmäßig besuchte, war ein älterer Herr im Rollstuhl. „Mir ist gleich aufgefallen, wie viel man wissen muss, wenn man eine Behinderung hat“, sagt er. Beispielsweise, wenn man ein Hilfsmittel von der Krankenkasse benötigt oder einen Antrag stellen will. 

Um andere in diesen Situationen unterstützen zu können, ließ sich Wolf in einem VdK-Seminar zum Lotsen ausbilden. In diesem Ehrenamt arbeitet er eng mit Kreisgeschäftsführerin Maria Wagner und ihrem Team zusammen. Er unterstützt die Ratsuchenden in allen Fragen über das Sozialrecht hinaus, zu denen der VdK nicht beraten darf. Beispielsweise, wenn eine Person eine Selbsthilfegruppe sucht oder Leistungen beantragen will, für die der VdK nicht zuständig ist.

Wolf ist als VdK-Lotse sowohl für Mitglieder als auch für Nichtmitglieder da. Menschen, die körperlich nicht oder nicht mehr in der Lage sind, in die Geschäftsstelle nach Coburg zu kommen, besucht er auf Wunsch auch zu Hause. Fragen zum Pflegegrad, Grad der Behinderung oder zur Vorsorgevollmacht gehören für ihn zum Gespräch dazu, denn viele Menschen wissen nicht, was ihnen zusteht oder wie sie vorsorgen können. Auch mit barrierefreiem Wohnen und Zuschüssen kennt er sich aus. Braucht eine Person sozialrechtliche Beratung, kümmert er sich um einen Termin in der VdK-Kreisgeschäftsstelle. „Wenn jemand Hilfe benötigt, bin ich für sie oder ihn da“, so Wolf. „Ich bin ein Macher, ich kann nicht anders.“

Jedes Mal dazugelernt

2017 absolvierte Wolf auf Empfehlung von Steinlein noch ein Seminar für das Ehrenamt des VdK-Beraters für Barrierefreiheit. In dieser Rolle setzt er sich aktiv für die Teilhabe von Menschen mit Behinderung ein, indem er Barrieren vor Ort aufspürt, fotografiert, beschreibt und das Protokoll an die Verantwortlichen in den Kommunen überreicht. „Seither bin ich in allen drei Bereichen für den VdK tätig“, berichtet der 77-Jährige. „Bei jedem Ehrenamt habe ich viel dazugelernt.“

Doch damit nicht genug: 2018 erfuhr Wolf über die Tageszeitung, dass die Stadt Coburg einen Wohnberater sucht. „So etwas mache ich doch auch schon für den VdK“, dachte er, bewarb sich – und wurde genommen. 2020 wurde er außerdem in den Seniorenbeirat der Stadt gewählt und im Frühjahr dieses Jahres für weitere sechs Jahre im Amt bestätigt. 

Dankeschön als Lohn

„Ich mag es, gebraucht zu werden“, betont er. „Als Lohn reichen mir ein Lächeln und ein Dankeschön.“ So hat er beispielsweise einem Rollstuhlfahrer geholfen, sein Haus barrierefrei umzubauen, indem er einen Plattformlift installieren ließ. Zusammen mit seiner Frau, die auch VdK-Pflegebegleiterin ist, kümmert er sich schon seit einigen Jahren um eine schwerbehinderte Frau. Er füllt für sie zum Beispiel Antragsformulare aus und kauft ein. 

Weil er seit vielen Jahren in mehreren Ehrenämtern aktiv ist, hat er kürzlich das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten für Verdienste im Ehrenamt erhalten. Eigentlich wollte er die Verleihung nicht besuchen, weil er solche Veranstaltungen nicht mag. „Dann hat meine Tochter die Einladung gesehen und mich einfach angemeldet“, erzählt Wolf. Zusammen mit seiner Frau besuchte er den Festakt in Nürnberg und war begeistert. „Ich hätte wirklich etwas versäumt, wenn ich nicht hingegangen wäre.“ 

VdK-Kreisgeschäftsführerin Maria Wagner freut sich, dass Reinhard Wolfs Einsatz für andere gewürdigt wurde. „Ihm liegt das Wohl seiner Mitmenschen sehr am Herzen“, betont sie. Durch seine jahrelange Erfahrung und die gute Vernetzung mit den örtlichen Behörden habe er auch VdK-übergreifend so manches Problem lösen können. „Er ist einer der engagiertesten Ehrenamtlichen in unserem Kreisverband. Ich hoffe, dass er bei bester Gesundheit weiterhin viel Spaß am Ehrenamt hat und wir noch lange auf ihn zählen können“, so Wagner.

Mehr zum Thema Ehrenamt

News-Karussell
Das Foto zeigt den Ehrenamtlichen Anton Breitenbach vor einem Roll-up des VdK-Ortsverbands Sinngrund. Er lächelt.
Kategorie VdK-Zeitung Ehrenamt

Der VdK-Rekordhalter

Seit fast einem halben Jahrhundert ist Anton Breitenbach Vorsitzender des VdK-Ortsverbands Sinngrund (Kreisverband Main-Spessart) in Unterfranken. Damit ist er der dienstälteste Ortsvorsitzende in ganz Bayern.

Letka Resanovic steh vor einem Brunnen.
Kategorie VdK-Zeitung Ehrenamt Frauen

Ein Herz für Menschen in Not

Seit acht Jahren engagiert sich Letka Resanovic als Vertreterin der Frauen beim VdK Donauwörth (Kreisverband Donau-Ries) in Schwaben. Sie ist die gute Seele des Ortsverbands.

Eine Gruppe von Männern und Frauen verschiedenen Alters hat sich in einem Seminarraum zu einem Gruppenbild aufgestellt und blickt fröhlich-motiviert in die Kamera. Das Bild ist im Rahmen eines Rhetorik-Seminars des VdK Bayern für Ehrenamtliche entstanden.
Kategorie VdK-Zeitung Ehrenamt

Aktiv sein für Gemeinschaft, Solidarität und Demokratie

Sie können gut zuhören, organisieren gerne, sind offen und haben etwas Zeit übrig? Dann kommen Sie doch ins VdK-Ehrenamt! Werden Sie Teil eines motivierten Vorstandsteams und gestalten Sie die Gesellschaft vor Ort mit. 

Horst Gottschild (links) und Kerstin Seinige stehen am Tresen eines VdK-Stands auf einer Veranstaltung, vor ihnen liegen Give-Aways wie Luftballons und Stofftaschen, im Hintergrund sind VdK-Plakate zu sehen.
Kategorie VdK-Zeitung Ehrenamt

Gemeinsam ist es schöner als allein

Zusammen sind sie nicht nur privat ein starkes Team: Kerstin Seinige und Horst Gottschild leiten den VdK-Ortsverband Rottenburg und engagieren sich im Kreisverband Landshut.